August 18, 2026

Welche IT braucht ein Startup mit 10 Mitarbeitenden?

Geräte, Cloud, Geräteverwaltung und Security-Minimum für ein Team von zehn – mit Beispielbudget und dem Wachstumspfad auf 50 Mitarbeitende.

Maximilian Scheurich

Max hat mx-itsolutions 2011 parallel zum Informatikstudium an der TU Darmstadt gegründet. Die Vision war klar, Unternehmen des bestmöglichen IT Support bieten.

IT-Ausstattung für ein Startup mit zehn Mitarbeitenden

Ein Startup mit zehn Mitarbeitenden braucht genau vier Dinge: verwaltete Geräte, eine Cloud-Suite mit zentraler Identität, eine Geräteverwaltung ab dem ersten Gerät und ein Security-Minimum. Alles andere kann warten – und vieles, was in Ratgebern empfohlen wird, ist bei zehn Personen schlicht verfrüht.

Die eigentliche Kunst besteht darin, nichts zu bauen, was ihr in zwei Jahren wieder abreißen müsst. Dieser Beitrag zeigt die konkrete Stückliste, was sie ungefähr kostet und an welchen Stellen ihr euch später Arbeit spart.

Die Stückliste für zehn Mitarbeitende

1. Geräte

Ein Gerät pro Person, einheitlich beschafft. Der wichtigste Punkt ist nicht das Modell, sondern der Bezugsweg: Geräte, die über Apple oder einen autorisierten Händler gekauft werden, lassen sich automatisch registrieren und beim ersten Einschalten fertig konfigurieren. Geräte aus dem Elektronikmarkt oder von Kleinanzeigen können das nicht.

Das klingt nach einem Detail und ist in Wahrheit die Weiche, die über euren gesamten IT-Aufwand der nächsten Jahre entscheidet. Wer diesen Punkt am Anfang übergeht, richtet jedes Gerät für immer von Hand ein.

Plant außerdem zwei bis drei Ersatzgeräte ein, sobald ihr über zehn Personen hinauswachst. Ein defekter Mac ohne Ersatz kostet mehr Arbeitszeit, als das Ersatzgerät wert ist.

2. Cloud-Suite mit zentraler Identität

Microsoft 365 oder Google Workspace – beides funktioniert mit Apple-Geräten gut. Entscheidend ist nicht die Wahl, sondern dass ihr eine zentrale Identität habt, über die alles läuft: E-Mail, Dateien, Kalender und später die Anmeldung an den Geräten selbst.

Google Workspace ist im Einstieg schneller und günstiger. Microsoft 365 lohnt sich, wenn ihr intensiv mit Excel arbeitet, mit größeren Unternehmen zusammenarbeitet oder absehbar Compliance-Anforderungen erfüllen müsst. Den Vergleich im Detail haben wir unter Google Workspace vs. Microsoft 365 aufgeschrieben.

Was ihr auf keinen Fall tun solltet: private Apple Accounts oder private Google-Konten für Firmendaten nutzen. Wenn jemand geht, geht der Zugriff mit.

3. Geräteverwaltung ab dem ersten Gerät

Hier widersprechen wir dem verbreiteten Rat, damit zu warten, bis es „sich lohnt". Eine Geräteverwaltung nachträglich einzuführen ist deutlich aufwendiger, als sie von Anfang an mitzudenken: Jedes Gerät, das ohne automatische Registrierung in Betrieb gegangen ist, muss später zurückgesetzt und neu aufgesetzt werden – mit allem, was daran hängt.

Bei zehn Personen ist das noch überschaubar. Bei fünfzig ist es ein Projekt.

Der Einstieg kostet nichts: Apples eigene Plattform bringt inzwischen eine Basis-Geräteverwaltung mit, mit der ihr WLAN, Sperrbildschirm, Verschlüsselung und Apps ausrollen könnt. Was sie kann und wo sie aufhört, steht in unserem Beitrag Was ist Apple Business?.

4. Das Security-Minimum

Vier Dinge, die auch bei zehn Personen nicht verhandelbar sind:

  • Festplattenverschlüsselung auf allen Macs – zentral erzwungen, nicht dem guten Willen überlassen
  • Ein Passwortmanager fürs Team, damit Zugangsdaten nicht in Chats und Tabellen landen
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung überall, wo es sie gibt
  • Bedrohungserkennung auf den Geräten – macOS ist nicht immun, wie unser Beitrag zu aktueller Mac-Malware zeigt

Der Punkt, an dem Startups am häufigsten überrascht werden: Der erste größere Kunde verlangt einen Sicherheitsfragebogen. Wer dann bei null anfängt, verliert Wochen – und manchmal den Auftrag.

5. Backup

Cloud-Dienste sind kein Backup. Microsoft und Google sichern ihre Infrastruktur, nicht eure Daten gegen versehentliches Löschen, Ransomware oder einen frustrierten Ex-Kollegen. Eine getrennte Sicherung der Cloud-Daten gehört von Tag eins dazu; wie das aussehen kann, beschreiben wir unter Backup von Microsoft 365 und Google Workspace.

Was bei zehn Leuten übertrieben ist

Genauso wichtig wie die Liste oben ist die Liste dessen, was ihr euch sparen könnt:

  • Ein eigener Server im Büro. Es gibt heute kaum noch einen Grund dafür. Er kostet Anschaffung, Strom, Wartung und Backup – und bindet euch an einen Ort.
  • Eine eigene IT-Stelle. Gehalt, Werkzeuge, Vertretung und Weiterbildung stehen bei zehn Personen in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand. Die Abwägung im Detail steht unter eigenes Team oder Dienstleister.
  • Ein Ticketsystem. Bei zehn Leuten reicht ein gemeinsamer Kanal. Prozesse einzuführen, bevor es sie braucht, verlangsamt mehr, als es hilft.
  • Aufwendige Netzwerkinfrastruktur. Ein solides Geschäfts-WLAN genügt. Was sich später lohnt, haben wir unter UniFi vs. Cisco Meraki verglichen.

Was das ungefähr kostet

Die laufenden Kosten teilen sich in drei Blöcke:

  • Cloud-Lizenzen: je nach Paket und Anbieter im niedrigen zweistelligen Bereich pro Person und Monat
  • Geräteverwaltung und Security: über mx-itsolutions rund 15 Euro pro Mac und etwa 5 Euro pro Mobilgerät im Monat – darin stecken bereits Verwaltung, Endpoint-Security und Zugriffsschutz, eine Mindestabnahme gibt es nicht
  • Betreuung: entweder als fester Betrag pro Mitarbeitendem und Monat, in dem Gerätemanagement, Lizenzen, Security und Support enthalten sind – oder ihr bezieht nur die Lizenzen und rechnet Arbeitszeit nach Aufwand ab

Dazu kommt die Hardware, die ihr entweder kauft oder über eine Laufzeit finanziert. Eine ausführlichere Rechnung findet ihr unter Was kostet IT-Betreuung pro Mitarbeiter.

Der ehrliche Vergleich: Eine eigene IT-Kraft kostet mit Nebenkosten ein Vielfaches davon – und deckt weder Vertretung noch Spezialwissen ab.

Der Wachstumspfad auf 50

Was ihr heute richtig aufsetzt, trägt bis etwa fünfzig Personen. Was dazwischen dazukommt:

  • Ab etwa 20 Personen: Geräte-Gruppen statt Einzelkonfiguration, ein sauberer Onboarding- und Offboarding-Ablauf, klare Rollen im Cloud-Verzeichnis
  • Ab etwa 30 Personen: abgestufte Zugriffsrechte, dokumentierte Richtlinien, erste Compliance-Nachweise für größere Kunden
  • Ab etwa 50 Personen: ein internes IT-Team wird sinnvoll – meist im hybriden Modell, mit einem Spezialisten für Apple-Themen im Rücken

Keiner dieser Schritte erfordert einen Neuanfang, wenn die Grundlage stimmt. Genau deshalb lohnt es sich, am Anfang zehn Minuten länger über den Bezugsweg der Geräte und die zentrale Identität nachzudenken.

Häufige Fragen

Braucht ein Startup mit 10 Leuten schon ein MDM?

Ja, und zwar ab dem ersten Gerät. Nicht wegen der Anzahl, sondern weil eine Geräteverwaltung nachträglich einzuführen deutlich aufwendiger ist als von Anfang an. Jedes Gerät, das ohne automatische Registrierung in Betrieb geht, muss später von Hand neu aufgesetzt werden.

Was kostet die IT für zehn Mitarbeitende pro Monat?

Die laufenden Kosten setzen sich aus Cloud-Lizenzen, Geräteverwaltung mit Security und Betreuung zusammen. Über mx-itsolutions liegt die Jamf-Lizenz bei rund 15 Euro pro Mac und etwa 5 Euro pro Mobilgerät im Monat, inklusive Verwaltung, Endpoint-Security und Zugriffsschutz. Die Betreuung rechnen wir als festen Betrag pro Mitarbeitendem ab oder nach Aufwand.

Microsoft 365 oder Google Workspace?

Beides funktioniert mit Apple-Geräten. Google Workspace ist schneller aufgesetzt und günstiger im Einstieg. Microsoft 365 lohnt sich, wenn ihr Excel intensiv nutzt, mit größeren Unternehmen zusammenarbeitet oder absehbar Compliance-Anforderungen erfüllen müsst. Wichtiger als die Wahl ist, dass die Identität von Anfang an zentral liegt.

Brauchen wir eine eigene IT-Stelle?

Bei zehn Mitarbeitenden fast nie. Eine eigene Stelle verursacht Fixkosten für Gehalt, Werkzeuge, Vertretung und Weiterbildung, die in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen. Ein Dienstleister ist in der Regel wirtschaftlicher, bis das tägliche Aufgabenvolumen eine Vollzeitstelle rechtfertigt.

Mac oder Windows für ein Startup?

Wenn euer Team ohnehin Apple bevorzugt, spricht wenig dagegen – die Verwaltung ist heute genauso professionell möglich, der Wiederverkaufswert ist höher und die Geräte laufen länger. Wichtig ist nur, dass ihr euch entscheidet: Zwei Plattformen parallel zu betreuen kostet bei zehn Personen unverhältnismäßig viel Aufwand.

Fazit

Die IT eines Startups mit zehn Mitarbeitenden ist kein großes Projekt. Sie ist eine kurze Liste, die man einmal richtig aufsetzt: Geräte über den richtigen Kanal, eine zentrale Identität, Geräteverwaltung ab dem ersten Tag, ein Security-Minimum und ein echtes Backup.

Als erster Apple Premium Technical Partner in Deutschland begleiten wir Teams genau in dieser Phase – ohne Mindestabnahme und ohne, dass ihr etwas kauft, das ihr erst in drei Jahren braucht. Wenn ihr wissen wollt, wie eure Liste konkret aussehen würde: Meldet euch, wir gehen sie mit euch durch.